Evangelische Kirchengemeinde Rüdesheim am Rhein

"Älteste Evangelische Kirche im Rheingau"

Pfarrerin Christina Roepke-Keidel

Geisenheimer Straße 11

65385 Rüdesheim

06722 - 93 72 502
christina.roepke-keidel@ekhn.de


Liebe Gemeinde,

die ersten Blüten sind schon zu sehen: Goldlack und Narzissen. Eine Vorfreude auf das Osterfest im April.

Vorher aber sind noch sechs Wochen Passionszeit. Zeit des Nachdenkens und Innehaltens für uns.

All die guten Vorsätze im Verzichten auf Tabak und Alkohol oder Fleisch, Autofasten, Heilfasten usw. wollen uns vielleicht zeigen, dass zu den großen kirchlichen Festen und Feiertagen vorher eine stille Zeit kommt mit der Frage: wie will ich leben? Wie sollte ich leben, wie sollten wir hier leben, damit es ein gutes christliches Miteinander wird?

In der Stille gehen viele Christen den Weg Jesu nach und begegnen ihm auch dort. Und viele stellen sich auch der Frage:

Wer ist Jesus, wer war er, hat er heute noch Bedeutung für mich und für unsere Gemeinde? Für unser Leben und die Gemeinschaft ?

Und woran könnte man denn erkennen, dass Jesus Christus ein Teil meines Lebens ist und ich zu ihm gehöre?

Muss ich auf etwas verzichten, um von ihm anerkannt, geschätzt und geliebt zu werden?

Nein, das gewiss nicht!

Eine Mutter, die ihr Kind liebt, stellt auch keine Bedingung für ihre Liebe - sie liebt, weil sie es will und möchte und sie ihr Kind glücklich sehen will.

Ein guter Vater gibt alles für sein Kind, und verzichtet eher, als dass er seine grundsätzliche Liebe in Frage stellen würde.

Er ist da für sein Kind. Und dass genügt ihm.

Jesu Leben war Hingabe. Aber wenn dieses Geben und Schenken nicht gewollt oder gewünscht war, dann ist er weitergezogen, fortgegangen.

Aber diejenigen, die ihn wirklich brauchten: an Leib und Seele erkrankte Menschen, arme und hungernde Menschen, die haben ihm und seinem himmlischen Vater vertraut. Glauben heißt dies in der Sprache der Bibel.

Unseren Glauben möchte Jesus, unser Vertrauen. Unsere Freude an Ostern über seine Auferstehung. Diesen einen Satz: „Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Er lebt und ich lebe mit und durch ihn.  Christen wissen auch, dass wir jedes Osterfest aufs Neue diesen Satz sprechen sollten, so, als ob es das erste Mal wäre. Mit diesem Staunen und Freude, in Liebe und Dankbarkeit.

Danke Jesus, dass du mit mir leben willst. Alle Tage, die guten und die schlechten. An denen mein Glaube groß oder auch gar nicht vorhanden ist. Aber du bist da. Das genügt mir.

Auch wenn wir zur Zeit keine gemeinsamen Gottesdienste halten, sind wir dennoch miteinander verbunden: Im Beten für die Kranken und Älteren unserer Gemeinde, im Füreinander da sein durch Telefonanrufe, in der Nachbarschaftshilfe. Wir teilen Sorgen und Ängste, winken uns aus der Ferne zu und denken in Freundlichkeit und Liebe aneinander.

Herzliche Grüße

Ihre Pfarrerin Christina Roepke-Keidel