Evangelische Kirchengemeinde Rüdesheim am Rhein

"Älteste Evangelische Kirche im Rheingau"

Weihnachten – Fest der Sehnsucht

Weihnachten ist ein Fest voller Sehnsucht für Kinder und für Erwachsene:
Sehnsucht nach Frieden – in unseren Beziehungen, unserer Gesellschaft, unserer Welt; Sehnsucht nach Geborgenheit in der Familie, im persönlichen Umfeld; Sehnsucht nach Sinn im Leben.
Und vor allem Sehnsucht nach ein paar Tagen und Stunden schöner Feier und Besinnlichkeit.

Weihnachten erinnert uns daran, dass sich Gott nach seinen Menschen sehnt. Das ist die Grundbotschaft von Weihnachten: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Joh.3,16)
Gott sehnt sich nach den Menschen, das ist auch der Inhalt der Weihnachtsgeschichte. Er kommt zu seinen Menschen, ganz nahe, wird einer wie wir. 

In der Weihnachtsgeschichte gibt es viele Menschen, die sehnsüchtig warten: Maria und Josef auf die Geburt des Kindes, die Hirten, die Weisen aus dem Morgenland, die den neugeborenen König suchen. Sie merken, dass Gottes Sehnsucht und ihre nicht dasselbe sind, aber sie berühren sich. Unsere Sehnsüchte und Gottes Sehnsucht sind so etwas wie die zwei Seiten einer Medaille. 

In der Adventszeit machen wir uns auf den Weg, in diesem Jahr vielleicht noch einmal anders als in „normalen“ Jahren. Denn Sehnsucht ist ein schillerndes Phänomen, hat direkt mit unserem Leben, auch mit Veränderung zu tun, mit Hoffnungen und Erwartungen, mit Glaube und Vertrauen, ja in der Sehnsucht ist der Geschmack für das Unendliche verborgen und sie hat viel mit Freiheit zu tun - und das nicht nur zur Weihnachtszeit.

Es gibt vieles in dieser Zeit, dass die Sehnsucht zum Klingen bringt: Gottesdienste, Plätzchenbacken und Schmücken der Wohnung, 

Nachmittage mit der Familie, vielleicht Konzerte und vieles andere mehr. 

Wir laden Sie herzlich ein.

Ich wünsche Ihnen eine friedvolle, besinnliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute zum Neuen Jahr.
 
Ihr Pfarrer Ralf Janisch


Brich auf mein Herz 
und wandre 
Es leuchtet der Stern.
Viel kannst du nicht 
mitnehmen auf den Weg 
und manches geht dir unterwegs 
verloren
Lass es fahren
Gold der Liebe 
Weihrauch der Sehnsucht 
Myrrhe der Schmerzen 
hast du ja bei dir
Er wird es annehmen 
und du wirst finden
Romano Guardini